Affiliate-Programme und Transparenz: bück Dich, und warte ab, wie sie Dich ficken…

by Martin AKA 'TheShamanMarketer' on 22. August 2010

03 Affiliate Programme und Transparenz: bück Dich, und warte ab, wie sie Dich ficken...

Affiliate-Programm- Manager sind Rammstein-Hörer: Bück Dich!


Beispiel 1: Amazon Affiliate Programm

Als ich mein erstes hochpreisiges Produkt im Amazon-Affiliate-Programm verkauft hatte (bzw. eine meiner Websites hatte es verkauft…) freute ich mich. Hey, mal was mit rund 40 Dollar Provision, statt einsfuffzisch. Ein Beatmungsgerät (“CPAP Machines” – es gibt Menschen, die mit so etwas schlafen müssen oder es “sicherheitshalber” tun, um nicht im Schlaf zu ersticken…), Lieferung durch einen Drittanbieter, nicht Amazon direkt. ABC Irgendwasversand. Wochen später war die Provision immer noch nicht gebucht – auf Nachfrage teilte mir Amazon mit, laut dem externen Anbieter sei die Bestellung storniert worden. Aber aus Datenschutzgründen dürften natürlich nur SIE mit dem Kunden das disktutieren…

Glauben wir das? Gerade bei einem Drittanbieter?

Ich bewerbe seither nur noch Produkte, die von Amazon direkt ausgeliefert werden – da hatte ich solche angeblichen Stornos noch nie, nur ein paar Rücksendungen, die aber glaubhaft waren und natürlich immer mal vorkommen.

Aber Kontrolle oder Transparenz: gibt es nicht.

2. Beispiel: Google AdSense

Nehmen wir einen willkürlichen Tag aus der AdSense-Statistik: am 16.7. hatte ich in meinen Logfiles auf elfenwald.org vier Klicks auf AdSense-Anzeigen. Ein Besucher schien gleich zwei Anzeigen interessant gefunden zu haben, zwei andere jeweils eine. Keine Bots, reguläre IP-Adressen, normale Besucher, die über Suchmaschinen-Ergebnisse bei mir gelandet waren und dann einen AdSense-Link genutzt hatten, um meine Seite wieder zu verlassen. In meinem AdSense-Konto wurde für diesen Tag ein Klick vergütet. Die anderen drei hatte Google in seiner unendlichen Weisheit als “ungültig” eingestuft und weder erfaßt noch vergütet. Selbstverständlich auch nicht dem Anbieter in Rechnung gestellt. Oder vielleicht doch? Das Verhältnis von 1:3 ist übrigens Standard, wenn ich meine Statistiken der letzten Monate so durchsehe. Höchst fragwürdig.

3. Beispiel: Ebay Partner Network EPN

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Die Bildunterschrift muß lauten: Why Affiliate Programs like to keep their Click Prices so low...

Vor einigen Monaten stellte Ebay sein Affiliate-Programm um. Vorher war man (zwar auch ohne Kontrollmöglichkeit, aber zumindest “logisch”) mit einem gewissen Prozentsatz der generierten Auktionsgebühren entlohnt worden, plus eine “Kopfprämie” bei Neuregistrierungen.

Nun gibt es (oder auch nicht) Geld pro Klick. “Value”-Blah-Clickpricing, whatever. Theoretisch werden viele komplizierte Werte zusammengerechnet, so daß der gegenwärtige und künftige Wert des von Dir zu Ebay geschickten Besuchers in die Vergütung des Klicks einfließt. Formel: unbekannt. Ergebnisse: nur durch eine Würfelbrigade im Ebay-Keller, Chaostheorie oder den Flügelschlag ostparaguayischer Schmetterlinge erklärbar.

Mal gibts 10-30 Cent pro Klick, für ein paar Tage, meist aber nur noch 3-5. Vollkommen willkürlich, und das bei 100% konstanten Besucher-/Klickzahlen. Transparenz? Fremdwort. Kontrollmöglichkeit? Null. Weist man Ebay auf einen Fehler in seinem Tracking hin (in den Übersichten waren alle Klicks als zu “anderen” Ebay-Sites gehend aufgelistet, statt korrekt für Ebay US und Ebay CA), dann verschwindet die betreffende Spalte aus den Statistiken, und der Fall verläuft nach einigen fadenscheinigen “Erklärungen” im Sande. “Zufällig” gingen meine Klickpreise während die Beschwerde lief für ein paar Tage auf akzeptable Werte hoch, um wenige Tage später wieder dezent abgesenkt zu werden.
Alles nur Zufall. Keine Methode, kein gezielter Betrug, neinnein… ;-)

Generelles Problem? Lösungen?

Nur drei Beispiele, die eines illustrieren: wer mit Affiliate-Programmen Geld verdienen will, ist dem Anbieter und seinen Statistiken auf Gnade und Ungnade ausgeliefert, und sollte sich darüber im Klaren sein. Bei kleineren Anbietern, auch wenn sie ehrlich sind, kommt oft noch technische Inkompetenz oder wackelige Infrastruktur dazu, was fatal ist, – da bewirbt man oft monatelang ein Produkt und schickt auch relevante Besucherzahlen zum Anbieter, und angeblich kommt NIE ein Verkauf zustande… vielleicht, weil man dort zu dämlich ist, Cookies korrekt zu setzen…?

Amazon und Overstock scheinen relativ sauber zu arbeiten, AdSense und Ebay werde ich immer mehr rausnehmen, bzw. nur noch ohne Engagement als Lückenfüller mitlaufen lassen, da dort die Willkür und die ständig sinkenden Vergütungen keinen Arbeitsaufwand mehr rechtfertigen.

Insgesamt kann ich jedem, der im Internet Geld verdienen möchte, nur empfehlen, sich NICHT ausschließlich auf Affiliate-Programme zu verlassen, und schon gar nicht auf nur eines oder zwei.

Manchmal werden die auch abrupt beendet (und wer entfernt dann schon wirklich alle seine Links? Eben. Die Säcke profitieren also weiter, ohne zu zahlen…), und in jedem Fall muß man mit willkürlichen Änderungen, Sperrungen wegen geäußerter Kritik, und sonstigen Schikanen rechnen.

Lieber ein gesunder Mix: ein paar Affiliate-Programme, vorzugsweise die glaubhafteren Großen und ein paar “Kleine”, die so sympathisch sind, daß man sie auch ohne Provision bewerben würde – aber andere Einkommensbestandteile sollten aus Linkverkauf, eigenen Produkten & Dienstleistungen, etc. stammen, damit Schwankungen und Willkürhandlungen etwas abgefedert werden und man nicht dauerhaft in gebückter Haltung verharren muß… ;-)

P.S.: Google AdSense hat sich übrigens nach über einem Jahr wegen dieses Artikels bemüßigt gefühlt, AdSense für meine Seiten zu sperren. Natürlich offiziell wegen des “anstößigen” Bildes und dem F-Wort in der Überschrift… Näheres zu dieser kindlichen Bigotterie (oder verlogenen Zensur gegen kritische Blogs?) hier

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