“Insufficient Proof of Address” – warum immer weniger Firmen an mir verdienen dürfen

by Martin AKA 'TheShamanMarketer' on 4. September 2010

Mahatma Gandhi clip art medium Insufficient Proof of Address   warum immer weniger Firmen an mir verdienen dürfen

Zeit, sich an einen kleinen dürren Mann aus Indien zu erinnern. Der zunehmende Daten-Faschismus von Flughafen bis Kontoeröffnung ist inakzeptabel.

Neulich bekam ich eine Werbemail von einem Forex-Broker, wo ich mal eine Weile mit Cent-Beträgen die Absurdität des Forex-Marktes spielerisch erkundet hatte. Sie wollten wieder Geld an mir verdienen, wiesen mich auf einen neuen Zahlungsverkehr-Anbieter hin, und wollten mir unbedingt 5 Dollar schenken, wenn ich dort einen Account eröffne.

Ich grinste, dachte mir: ok, soll halt irgendein Forex-Robot die 5 Dollar verzocken, wieso nich, außerdem schadet eine Alternative zu Paypal & Co eh nicht – und registrierte mich bei OKPAY. Der Registrierungsprozess ermüdete mich allerdings bald: die üblich gewordene Abfrage sämtlicher persönlicher Daten, Anforderung diverser Dokumente, etc.pp.
Ich lud einen Scan meines Personalausweises hoch (Nachweis meiner Identität akzeptiere ich noch) und ignorierte den Rest.

Heute kam eine Mail von OKPAY, daß sie leider meinen Account nicht freischalten können.
Tja – dann sollen sie es halt lassen.

Nicht, daß es wirklich tragisch wäre, wenn ich ihnen einen Nachweis über meinen Wohnort schicken würde. Aber warum? Weil das Gesetz es befahl? Bockmist.

Mail 300x245 Insufficient Proof of Address   warum immer weniger Firmen an mir verdienen dürfen

Ziviler Ungehorsam beginnt bei Kleinigkeiten - wie überflüssigen Adressnachweisen. Mustermail an OKPAY. Nachahmung empfohlen.

In allen Bereichen der Gesellschaft hat sich die Umkehrung der Unschuldsvermutung durchgesetzt – man ist schuldig, bis man seine Unschuld bewiesen hat, man ist Terrorist, solange man nicht zweifelsfrei und unterwürfig darum nachgesucht hat, mit einem Stapel Dokumente, seinen Fingerabdrücken und einer DNA-Probe nachweisen zu dürfen, daß man ein braver Untertan der Schönen Neuen Weltordnung ist.

Zeit, auch bei solchen vermeintlichen “Kleinigkeiten” abzublocken. Daher habe ich OKPAY mitgeteilt, daß wir leider nicht ins Geschäft kommen, wenn mein Perso nicht reicht.

Freiheit und “Sicherheits”-Faschismus vertragen sich nicht.
Wenn nicht massenhaft Menschen sich diesem ausufernden Überwachungswahn, wo jeder meint, er müsse alles über einen wissen, bevor man bei ihm Geld ausgeben darf, widersetzen, rutschen wir noch weiter in den universalen Wirtschaftsfaschismus und willkürlichen Staatsterrorismus ab.

Brauche ich nicht. Du etwa?

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